Ein großer Gesamtplan (Leserbrief)

Zur Grundschulsituation im Wendener Land und dem Vorschlag von Bürgermeister Bernd Clemens, den Grundschul-Standort Ottfingen im Sommer aufzugeben:

Mit großem Interesse verfolge ich aus Zeil in Bayern die Vorgänge um den Grundschulstandtandort Ottfingen und der gesamten Schullandschaft im Wendener Land. Als ehemalige Grundschülerin in der Geimeinde Wenden verfolge ich mit Interesse die Vorgänge und das Ringen der Schulgremien, der Schulverwaltung, der Schulleitung und neuerdings die des Bürgermeisters, um die Zukunft der Grundschullandschaft in meiner Heimatgemeinde.

Der aktuelle Antrag des Bürgermeisters zur Schulschließung der Grundschule Ottfingen und die
Äußerungen der Schulleitung, dass auch der kleinere Schulstandort in Rothemühle in naher Zukunft
nicht zu halten sei, hat bei mir große Verwunderung hervorgerufen. Der Blick von außen, in meinem
Fall von Zeil aus, ermöglicht Perspektiven, die sich vor Ort vielleicht so nicht ergeben.

Mir stellt sich die Frage, ob bei den gesamten Vorgängen der letzten zwei Jahre nicht ein großer
Gesamtplan im Hintergrund steht? Mit der Installierung des Schulverbundes scheint es eine
stillschweigende Vereinbarung zwischen dem Schulamt, der Gemeindeverwaltung und der
Schulleitung zu geben, nach einem Stufenplan die beiden Teilstandorte nacheinander zu schließen, um
alle Kinder des Schulverbundes am zentralen Schulstandort in Wenden zu beschulen. Es geht also gar
nicht um den Konflikt Ottfingen oder Rothemühle, sondern nur um die Reihenfolge. Wie anders sind
die Vorgänge und Äußerungen der Schulleitung und des Bürgermeisters zu verstehen?

Ist dann auszuschließen, dass der Standort Hünsborn als nächstes in den Radar der Schulschließungen
gerät? Zwei Standorte in Gerlingen und Wenden scheinen den geheimen Strategen vor Augen zu
stehen. Die dörfliche Schullandschaft, die in weiten Teilen Deutschlands als Zukunftsmodell erkannt
wird, wird in diesem Fall an die Wand gefahren. Das sollte doch die Mitglieder/-innen des
Gemeinderates und die Bürger/-innen der Gemeinde in Alarmbereitschaft versetzen.

Es scheint mir dringend angeraten zu sein, die weiteren Schritte im Schulentwicklungsplan höchst
kritisch von der Bürgerseite aktiv zu begleiten. Die Gefahr ist zum Greifen nahe, dass die bewährte
Schullandschaft unter fadenscheinigen Argumenten unwiderruflich zerstört wird.

Simone Will, 57475 Zeil, Bischoffsheim 1

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